Dünsten gehört zu den besonders häufig angewandten Kochmethoden. Viele Köche nutzen diese Technik, um die Aromen und den Geschmack der Zutaten optimal zu bewahren. Noch dazu kommt bei dieser Methode kaum Fett zum Einsatz, deshalb ist sie auch besonders gut geeignet für kalorienbewusste Genießer. In diesem Guide erfährst Du, welche Lebensmittel sich zum Dünsten eignen, welche Hilfsmittel Du brauchst und wie Du dabei vorgehst.
Was bedeutet dünsten?
Dünsten ist eine weltweit verbreitete Zubereitungsart, bei der rohe Lebensmittel in einem geschlossenen Behältnis ohne oder nur mit wenig Flüssigkeit schonend gegart werden. Für asiatische Rezepte wird diese Technik häufig angewendet, beispielsweise in Japan für Gerichte wie Nimono, wo Gemüse und Tofu in einer würzigen Brühe gedünstet werden. Auch französische Rezepte werden häufig in einer speziellen Braisière, einem Bräter, zubereitet.
Als Flüssigkeit wird Wasser verwendet, manchmal auch Brühe, Fond oder Wein, wodurch die Lebensmittel ein feines Aroma erhalten. Sehr gut geeignet fürs Dünsten sind Fisch und Gemüse, auch helles Fleisch wie beispielsweise Kalbfleisch, Kaninchen oder Hühnchen. Durch das Dünsten bleiben der Geschmack sowie die Textur und die Nährstoffe bestmöglich erhalten und können – anders als beim Kochen – nicht ins Wasser abwandern.
Richtig dünsten – von Gemüse und Fisch bis hin zu Fleisch
Es gibt verschiedene Methoden des Dünstens, die jeweils für unterschiedliche Lebensmittel und Speisen eingesetzt werden. Im Folgenden erfährst Du mehr über die unterschiedlichen Zubereitungsarten.
Dünsten von Gemüse im eigenen Saft
Diese Methode ist besonders gut geeignet für Lebensmittel, die viel Eigenflüssigkeit enthalten. So entsteht eine tolle Beilage, wie bei diesem Rindersteak mit gedünsteten Tomaten. Durch das Dünsten kommt die natürliche Süße der Tomaten optimal zum Ausdruck. Dünsten im eigenen Saft ist ganz unkompliziert: Die Lebensmittel werden in einem Topf mit einem gut schließenden Deckel ohne weitere Zugabe von Flüssigkeit oder Fett gegart.
Dünsten mit etwas Flüssigkeit
Diese Methode eignet sich gut für alle Lebensmittel mit geringem Wassergehalt, beispielsweise Kartoffeln. Durch die Zugabe von Flüssigkeit kann sich im geschlossenen Topf der Dampfdruck entwickeln, sodass das Gemüse gleichmäßig durchgart.
Dünsten von Fisch en papilotte
Bei dieser schonenden Zubereitung wird der Fisch in Folie verpackt und im Ofen gegart. So kommt sein feiner Geschmack optimal zur Geltung und er behält seine Form, wie es der gedampfte Seelachs mit Dillmarinade und Röstkartoffelsalat beweist. Die würzige Dillmarinade ergänzt sich sehr gut mit dem feinen Aroma des Seelachses, während die Röstkartoffeln einen angenehmen Crunch beisteuern.
Dünsten mit etwas Fett
Diese Methode wird gern bei Gemüsesorten wie Karotten oder Brokkoli angewendet, um den Geschmack zu verbessern. Zudem ist sie empfehlenswert, um bestimmte fettlösliche Vitamine freizusetzen.
Gedünstetes Gemüse ist eine sehr beliebte Beilage zu Kurzgebratenem wie Steak, alternativ kannst Du das Gemüse natürlich auch zum Star Deines Essens machen. Couscous mit Dukkah-Ofengemüse ist eine tolle Rezeptidee, die durch die Optik und den vielschichtigen Geschmack nicht nur Vegetarier begeistert.
Fleisch dünsten
Als Fett eignen sich Butter, Margarine oder Öl. Diese dürfen aber nur auf moderate Temperatur erwärmt werden, ansonsten würde das Fleisch durch das Anbraten Röstaromen entwickeln, was beim Dünsten nicht erwünscht ist.
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Welche Fehler sollte man beim Dünsten vermeiden?
Es gibt einige häufige Fehler, die Du vermeiden solltest.
Zu niedrige Temperatur: Wenn beim Dünsten die Temperatur zu niedrig ist, kann sich kein Dampf entwickeln, wodurch die Lebensmittel nicht richtig durchgaren. Dadurch bleiben sie hart und im schlimmsten Fall ungenießbar.
Zu hohe Temperatur: Wenn die Temperatur des Herds zu hoch eingestellt ist, besteht die Gefahr, dass Gemüse, Fleisch oder Fisch anbrennen.
Ohne Deckel arbeiten: Beim Dünsten im Topf oder Dünsten in der Pfanne ist es notwendig, den Deckel aufzulegen, denn nur so kann sich der nötige Dampfdruck entwickeln. Bei geöffnetem Topf oder schlecht schließendem Deckel entweicht der Dampf, wodurch die Lebensmittel nicht garen und anbrennen können.
Zu lange oder zu kurze Garzeit: Es ist essenziell, die entsprechende Garzeit einzuhalten. Diese hängt davon ab, was Du dünstest. Beim Dünsten von Brokkoli ist dieser schon nach etwa fünf Minuten gar. Ein frisches Fischfilet ist nach etwa zehn Minuten gar, gefrorener Fisch dauert wesentlich länger. Hähnchenbrust am Stück benötigt etwa 15 Minuten. Wenn Du die Garzeit unterschreitest, besteht die Gefahr, dass das Lebensmittel nicht durchgegart ist, bei zu langer Garzeit kann es wiederum trocken werden.
Zu wenig Flüssigkeit: Wenn Du zu wenig Flüssigkeit in den Topf gegeben hast, führt das dazu, dass nicht genug Dampf erzeugt wird. In Folge brennen die Lebensmittel an oder bleiben roh.
Ungleich große Stücke: Es ist wichtig, dass das Gemüse, beispielsweise Karotten oder Kohlrabi, in gleichmäßig große Stücke geschnitten werden, damit sie einheitlich durchgaren.
Falsches Küchenzubehör: Minderwertig verarbeitete Töpfe und Pfannen mit nicht gut schließendem Deckel sind ungeeignet und führen dazu, dass der Dampf entweicht. Die Investition in hochwertiges Equipment lohnt sich auf jeden Fall.
Mangelnde Aufmerksamkeit: Für ein gutes Ergebnis empfiehlt es sich, den Fortschritt des Garprozesses von Zeit zu Zeit zu überprüfen. Vermeide aber, den Topfdeckel zu häufig anzuheben.
FAQs
Dünstet man mit oder ohne Deckel?
Man dünstet mit aufgelegtem Deckel, da sich sonst kein Dampfdruck entwickelt, in dem das Gemüse, das Fleisch oder der Fisch gart.
Was ist der Unterschied zwischen dünsten und dämpfen?
Während die Lebensmittel beim Dünsten in etwas Flüssigkeit garen, kommen sie beim Dämpfen überhaupt nicht mit Flüssigkeit in Berührung und garen nur im Dampf in einem speziellen Aufsatz.
Bei welcher Temperatur dünstet man?
Beim Dünsten sollte die Temperatur immer um die 100 °C liegen.
Kochen oder dünsten: Was ist schonender?
Dünsten ist schonender als Kochen, da die Nährstoffe größtenteils erhalten bleiben – anders als beim Kochen, wo sie ins Kochwasser wandern und schließlich weggeschüttet werden.
