Der Name ist ähnlich: Die Wörter „Sardinen“ und „Sardellen“ leiten sich beide vom lateinischen Wort „sarda“ ab, was nichts anderes als „Hering“ bedeutet. Trotzdem gibt es wichtige Unterschiede zwischen den beiden Fischarten – sowohl hinsichtlich ihres Aussehens und ihres Geschmacks als auch ihrer kulinarischen Verwendung. Im folgenden Artikel findest Du heraus, worin der feine Unterschied zwischen den beiden Fischarten besteht.
Sind Sardinen und Sardellen das Gleiche?
In aller Kürze: Nein. Sardinen und Sardellen gehören zwar zur Familie der heringsartigen Fische (Clupeiformes), aber es gibt wichtige Unterschiede.
Sardinen vs Sardellen
Was sind Sardinen?
Bei der Sardine (Sardinus pilchardus) handelt es sich um einen bis zu 27,5 Zentimeter langen Fisch, der im Atlantik, Mittelmeer, Marmarameer und Schwarzen Meer vorkommt.
Das Fleisch der Sardine ist fettreich, würzig und sehr lecker, sodass der Fisch – vor allem in Marokko, Spanien und Portugal – sehr gern gegrillt wird. Dazu kommen vorzugsweise etwas größere Fische zum Einsatz, die etwa 20 Zentimeter lang sind. In Deutschland sind dagegen die etwas kleineren Exemplare beliebt, die in der Regel in Öl eingelegt und in Dosen als Ölsardinen verkauft werden.
Was sind Sardellen?
Sardellen (Engraulidae) sind kleine Fische, die in den Ozeanen tropischer und gemäßigter Breiten vorkommen. Je nach Unterfamilie, Gattung und Art können sie zwischen zwei bis 41 Zentimetern lang werden, die meisten Arten bleiben jedoch deutlich unter 20 Zentimetern.
Das Fleisch der Europäischen Sardelle ist besonders fettreich und würzig, was sie zu beliebten Speisefischen macht. Sehr gern legt man sie in Salz oder Öl oder in einer würzigen, salzigen oder süß-sauren Lake ein und verkauft sie dann als Anchovis.
Wie kann ich Sardinen in der Küche verwenden?
Es gibt viele Möglichkeiten, Sardinen zuzubereiten. Im Folgenden findest Du eine kleine Auswahl an leckeren, leicht umzusetzenden Kochideen.
Sardinensuppe. Wenn Du Bouillabaisse magst, wirst Du auch die mediterrane Sardinensuppe lieben. Die Basis bildet Fischfond, aus dem mit Tomaten eine Suppe gekocht wird. Die kleinen Fische werden filetiert und dienen als Einlage. Noch mehr leckere Suppenrezepte – auch ohne Fisch – findest Du in der HelloFresh Rezeptdatenbank in großer Auswahl.
Sardinen in Tomatensauce sind eine tolle Alternative zu Hackbällchen. Stelle aus Sardinenfilets, Ei, Gewürzen und Semmelbröseln eine Masse her, die Du zu kleinen Bällchen formst und in einer Tomatensauce simmern lässt.
Sardinenpasta. Für dieses Gericht kannst Du Ölsardinen nutzen, die Du im eigenen Öl mit Knoblauch anbrätst und unter die bissfest gegarten Spaghetti hebst. Frische Petersilie und ein Spritzer Zitronensaft sorgen für eine schöne Optik und eine frische Note.
Wie kann ich Sardellen in der Küche verwenden?
Frische Sardellen zeichnen sich durch einen markanten Eigengeschmack aus, der nicht allen Menschen zusagt. Wenn Du diesen etwas abmildern möchtest, kannst Du die Fische vor der Verarbeitung einige Stunden in Milch einlegen, bevor Du sie dann in Olivenöl brätst, grillst oder frittierst. Frittierte Sardellen sind ein leckerer Snack zu Wein und Bier und können auch Bestandteil einer Tapas-Platte sein.
Was sind Anchovis?
Anchovis sind eingelegte, eingesalzene und fermentierte Sardellenfilets, die als Würzmittel verwendet werden – sie roh zu essen, ist nicht empfehlenswert, denn sie schmecken viel zu salzig. Sie werden oft in der Regel in kleinen Dosen verkauft und sind durch das Einlegen so weich, dass sie auf der Zunge zerfallen.
Anchovis passen perfekt als Belag auf einer Pizza, als würziger Bestandteil der Königsberger Klopse und verleihen dem Klassiker Spaghetti Puttanesca einen vielschichten umami-Geschmack.
Anchovis als Geschmacksgeber in Rezepten
Anchovis, Essig, Gewürze und Wasser sind die Zutaten, aus denen Sardellenpaste hergestellt wird, ein intensiv schmeckendes Würzmittel, das in ähnlicher Form schon im antiken Rom verwendet wurde. Sardellenpaste ist deshalb ein Nachfolger von Garum, das als Standardgewürz in der antiken römischen Küche für herzhafte, aber auch für süße Speisen verwendet wurde.
Auch heute noch verfeinert Sardellenpaste viele Fleisch-, Fisch- oder Gemüsegerichte. Sie ist eine gute Alternative zur in der asiatischen Küche allgegenwärtigen Fischsauce und verleiht Currys wie dem grünen Thai Curry mit Hühnchen und Wildreis einen besonders würzigen Geschmack.
Wenn Du Sardellenpaste mit Butter mischst, erhältst Du eine leckere Sardellenbutter. Verleihe der Sauce, die Du zu Lachsfilet mit grünem Spargel reichst, einen vollmundigen Geschmack, indem Du sie mit etwas Sardellenbutter abschmeckst – das Ergebnis wird Dich begeistern.
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FAQs
Was sind Anchovis?
Auf Englisch heißen sie Anchovies, auf Deutsch: Anchovis – dabei handelt es sich um eingelegte Sardellenfilets, die als Würzmittel verwendet werden.
Was ist der Unterschied zwischen Sardinen und Sprotten?
Sardinen und Sprotten sind kleine, silbrige Fische, die zur Familie der Heringsartigen gehören, sich aber dadurch unterscheiden, dass die Sardine größer ist als die Sprotte und nicht die für die Sprotte typischen kleinen Gräten am Bauch aufweist.
Kann man statt Sardellen Sardinen nehmen?
Bei Sardinen und Sardellen gibt es einen Unterschied im Geschmack, denn Sardellen sind geschmacksintensiver als Sardinen – wenn ein milderer Geschmack gewünscht wird, können Sardinen aber auch als Alternative zu Sardellen dienen.
Wie isst man Sardellen richtig?
Du drehst dem kleinen Fisch den Kopf ab, gehst in derselben Handbewegung mit dem Finger in die Bauchhöhle und entfernst die Organe – das Rückgrat und die Gräten kannst Du bei den kleinen Fischen mitessen.
