Vielleicht kennst Du die Situation: Du hast mal wieder zu viel Wirsingkohl eingekauft oder aus dem eigenen Garten geerntet und keine Idee, was Du damit anfangen sollst. Einfrieren ist eine sehr gute Option, um Wirsing haltbar zu machen, sodass Du das ganze Jahr auf ihn zurückgreifen kannst. Aber wie kann man Wirsing und Wirsingblätter einfrieren? Lass uns zusammen herausfinden, wie Du Geschmack und Nährstoffe optimal bewahrst.
Wie kann man Wirsing einfrieren?
Es gibt verschiedene Methoden, Wirsing einzufrieren. Im Folgenden findest Du heraus, wie Du dabei vorgehst und welche Vor- und Nachteile die einzelnen Methoden haben.
Wirsing einfrieren roh
Diese Methode ist besonders unkompliziert, da sie keine weiteren Vorbereitungen benötigt. Wenn Du den Wirsing roh einfrieren möchtest, wählst Du einen schönen Kohlkopf ohne schwarze oder matschige Stellen. Du wäschst die Blätter und trocknest sie gut ab. Jetzt schneidest Du sie in Streifen, gibst sie portionsweise in einen Gefrierbeutel oder ein geeignetes Gefäß und frierst sie ein.
Der Vorteil dieser Methode liegt auf der Hand: Sie ist schnell und unkompliziert. Der Nachteil besteht darin, dass der Kohl nach dem Auftauen eine matschige Textur annehmen und seine Farbe ins Gräuliche verändern kann.
Für Rohkost ist er so ungeeignet, aber Du kannst ihn immer noch als Suppeneinlage oder für Aufläufe verwenden, bei denen es nicht auf die Textur und die Optik ankommt. Ein Beispiel ist ein herzhafter Wirsing-Champignons-Spätzle-Auflauf.
Wirsing blanchieren und einfrieren
Diese Methode gilt als optimal und wird von Fachleuten empfohlen. Du gehst dabei folgendermaßen vor: Zuerst einmal putzt Du den Kohlkopf sorgfältig und wäschst eventuell anhaftenden Schmutz und Erde ab. Beschädigte oder sehr harte Außenblätter entfernst Du, schöne, große, außen anliegende Blätter trennst Du ab – diese blanchierst Du separat und frierst sie im Ganzen ein, um sie später für Rouladen zu verwenden.
Den restlichen Kohlkopf schneidest Du in mundgerechte Streifen, wobei Du den Strunk aussparst. Jetzt erhitzt Du Salzwasser in einem großen Topf. Wenn es sprudelnd kocht, gibst Du die Kohlblätter oder –streifen hinein und lässt sie etwa zwei Minuten kochen. Danach holst Du den Kohl mit dem Schaumlöffel aus dem Wasser und gibst ihn sofort in das zuvor vorbereitete und bereitgestellte Eiswasser.
Danach lässt Du den Kohl auf einem Küchenhandtuch gut abtropfen und frierst ihn dann ein, um ihn dann später für eine Vielzahl von Gerichten zu verwenden. So kannst Du beispielsweise leckere Käsespätzle mit Bacon und Wirsing daraus zubereiten – ein deftiger Genuss, der eine sehr gute Alternative zu den klassischen Käsespätzle mit Schmelzzwiebeln darstellt.
Der Wirsing und der Bacon verleihen den Spätzle eine herzhafte Note, die hervorragend mit dem cremigen Käse harmoniert. Das Blanchieren hat einige nennenswerte Vorteile: Durch diese Methode bleiben die guten Inhalts- und Nährstoffe, die Textur und die schöne grüne Farbe des Kohls bestmöglich erhalten, der Nachteil ist, dass diese Methode ein wenig zeitaufwändig ist.
Gekochten Wirsingkohl einfrieren
Es ist natürlich auch möglich, gekochten und verarbeiteten Wirsingkohl oder Wirsingeintopf einzufrieren Der Vorteil besteht in der Zeitersparnis, denn Du musst nicht kochen, sondern kannst die Speise einfach nur aufwärmen.
Nachteilig kann sich auswirken, dass die Textur des Kohls sich durch das Einfrieren verändert und die Blätter sehr weich werden. Bei Suppen oder Saucen spielt das allerdings keine Rolle und kann sogar gewollt sein.
So spricht nichts dagegen, zum Beispiel ein saftiges Schweinefilet mit Crème-fraîche-Wirsing-Soße im Voraus zuzubereiten und sie einzufrieren. Für ein optimales Geschmackserlebnis frierst Du die Sauce ohne Crème fraîche ein und gibst diese erst beim Aufwärmen hinzu.
Dasselbe gilt übrigens, wenn Du Rahmwirsing einfrieren möchtest: Milchprodukte vertragen das Einfrieren und Auftauen nicht besonders gut, deshalb solltest Du sie immer erst nach dem Auftauen zu dem Gemüse geben.
Wie lange ist eingefrorener Wirsing haltbar?
Die Haltbarkeit von eingefrorenem Wirsing ist abhängig davon, wie er zuvor behandelt wurde. Rohen Wirsing solltest Du etwa nach einem halben Jahr verbrauchen, blanchierten Kohl kannst Du problemlos zehn Monate im Gefrierschrank lassen. Wenn Du gekochten Wirsing einfrieren möchtest, verkürzt sich die Haltbarkeit auf etwa drei Monate.
Auftauen und verarbeiten: Köstliche Wirsing Rezepte zum Ausprobieren
Mit Wirsingkohl lassen sich viele leckere Rezepte zubereiten:
Wirsingrouladen sind ein Klassiker der gutbürgerlichen Küche. Die Füllung besteht in der Regel aus Reis und Hackfleisch, was den Rouladen die deftige Note verleiht. Ersetze diese doch mal durch Getreide, beispielsweise Couscous oder Bulgur, und mische ein paar kleingeschnittene Pilze unter – als kreative Variante klassischer Champignons Rezepte. So verleihst Du den klassischen Wirsingrouladen einen modernen Twist.
Ein Wirsinggratin ist ebenfalls eine tolle Rezeptidee. Die Basis ist blanchierter Wirsing, den Du zusammen mit blanchierten und kleingeschnittenen Blumenkohlröschen in einer Auflaufform mit einer würzigen Käsesauce überbackst. Wirsing passt perfekt in Blumenkohl Rezepte, da sich beide Zutaten geschmacklich ergänzen.
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FAQs
Wirsing roh oder gekocht einfrieren: Was ist besser?
Diese Frage lässt sich nicht pauschal beantworten, denn beide Methoden haben ihre Vor- und Nachteile.
Warum muss Wirsing blanchiert werden?
Wirsing muss nicht, aber kann blanchiert werden, da so die Nährstoffe, die Farbe und die Textur bestmöglich erhalten bleiben.
Wie lange ist eingefrorener Wirsing haltbar?
Gekochter Wirsing ist bis zu drei Monaten haltbar, roher ungefähr sechs Monate, blanchierter Wirsing hält sich im Gefrierschrank etwa zehn Monate.
Muss ich gefrorenen Wirsing vor dem Kochen auftauen?
Nicht unbedingt: Wenn Wirsing als Einlage für Suppen oder Saucen oder als Pfannengemüse verwendet wird, kann er auch direkt in die heiße Speise gegeben werden, wo er dann von allein auftaut.
